Neues Induktionskochfeld zu Hause oder steht eines auf deinem Wunschzettel? Dann ist die erste Frage immer: welche Pfannen darf ich behalten, welche gehen direkt zum Recycling? Hier bekommst du die ehrliche Antwort mit konkreten Beispielen, ohne Marketingnebel und ohne endloses Fachjargon.
Der magnettest in einem satz
Klebe einen Kühlschrankmagneten unter deine Pfanne. Bleibt er kleben, dann funktioniert die Pfanne auf Induktion. Fällt er ab, dann nicht. Dieser Ein-Sekunden-Test schlägt jeden „induction-ready" Aufkleber.
Wirkt: gusseisen, immer
Gusseisen ist von Natur aus magnetisch und funktioniert daher ausnahmslos auf jedem Induktionskochfeld. Eine alte Skillet von deiner Oma oder ein glänzender moderner Bräter, für die Technik macht das keinen Unterschied. Gusseisen erwärmt sich langsam (Geduld zahlt sich aus), hält die Wärme aber dann phänomenal gut. Schau dir die Bräter für Induktion an, wenn du reif für einen echten Schmortopf-Profi bist.
Wirkt: edelstahl, sofern magnetisch
Hier liegt der Haken. Nicht jeder Edelstahl ist magnetisch. Der Stahltyp entscheidet. Edelstahl-Pfannen mit magnetischem Kern oder einem Sandwich-Boden (mehrere Schichten, darunter magnetischer Stahl) funktionieren prima. Eine dünne, einlagige Edelstahl-Pfanne aus dem Niedrigpreissegment oft nicht. Mache immer den Magnettest, auch bei teurem Edelstahl. Suchst du eine zuverlässige Option, schau dir die Edelstahl-Bratpfannen an, die speziell für Induktion entwickelt wurden.
Wirkt: aluminium mit induktionsboden
Reines Aluminium funktioniert nicht, denn es ist nicht magnetisch. Aber die meisten modernen Aluminiumpfannen haben eine eingegossene oder eingepresste Platte aus magnetischem Stahl an der Unterseite. Dann funktioniert sie eben doch. Genau diese Kombination findest du in vielen keramischen Pfannen: leichtes Aluminium für die Pfanne, magnetischer Sandwich-Boden für die Kompatibilität. Möchtest du dabei bewusst PFAS-frei gehen, schau dir eine Bratpfanne ohne PFAS an.
Wirkt: emaille auf gusseisen
Ein emaillierter gusseiserner Bräter funktioniert ohne Probleme. Die Emaille ist eine Beschichtung, die magnetische Arbeit erledigt das Gusseisen darunter. Kein Risiko bei der Kompatibilität, dafür eine schön aussehende Pfanne auf deinem Kochfeld.
Wirkt nicht: reines aluminium oder kupfer
Klassische Aluminium- oder Kupferpfannen ohne Bodenplatte funktionieren nicht auf Induktion. Punkt. Du erkennst sie meist an einer ziemlich dünnen, glänzenden Konstruktion ohne dicke Unterseite. Schöne Sachen, aber nicht für deine neue Induktionsplatte. Behalte sie dann für Gas oder gib sie weiter.
Wirkt nicht: glas, ton und terrakotta
Pfannen oder Schalen aus Glas, Keramik oder Terrakotta sind nie induktionsgeeignet. Die gehören in den Ofen, nicht aufs Kochfeld. Eine Pyrex-Schale bleibt einfach kalt auf deinem Induktionsfeld, egal wie lange du sie draufstellst.
Wirkt nicht: alter edelstahl aus dem billigsegment
Manche Supermarkt-Edelstahl-Pfannen haben eine Wand aus einem Stahl-Typ, der schlicht nicht magnetisch ist. Sie sehen identisch aus wie induktionsgeeignete Edelstahl-Pfannen, aber der Magnet erzählt eine andere Geschichte. Nicht dramatisch, aber schade, wenn du dachtest, dein altes Set weiter benutzen zu können.
Die grauzonen: wok, fondue und gourmet
Der Wok in deinem Schrank ist fast immer aus Carbonstahl oder Aluminium. Carbonstahl ist magnetisch und funktioniert also schon, sofern der Boden flach genug ist. Aluminium-Woks meistens nicht. Speziell für dieses Problem wurden Wokpfannen für Induktion mit flachem, magnetischem Boden entwickelt. Mehr technische Erklärung in wie benutzt du einen Wok auf Induktion?.
Ein Gourmet-Set mit Stieltöpfchen? Mache pro Pfännchen den Magnettest. Nicht selten sind die Stieltöpfchen magnetisch und der Fondue-Topf nicht (oft aus Kupfer oder Aluminium). Für Gourmet oder Milch funktioniert ein dedizierter Induktions-Stieltopf sowieso angenehmer.
Pfanne für pfanne: was steckt wahrscheinlich in deinem schrank
Schnell durchgehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dein Standard-Equipment funktioniert:
- Tefal-Markenpfanne mit dickem Boden — meist ja (Sandwich-Boden)
- Billige Aluminiumpfanne aus dem Discounter — oft nein
- Le Creuset oder Staub Gusseisen — immer ja
- Alter WMF oder Fissler Edelstahl — meist ja, mache den Magnettest
- Asiatischer Carbonstahl-Wok — ja, sofern flacher Boden
- Glasform für Quiche — nein, nur Ofen
- Großmutters Kupfer-Sauteuse — nein, leider
Funktioniert sie zwar aber bekommt keine wärme? Vier ursachen
Manchmal steht eine Pfanne auf Induktion und es passiert einfach nichts, obwohl der Magnettest bestanden ist. Vier häufige Ursachen:
- Die Pfanne ist zu klein für die Zone. Zu kleiner Boden = die Induktion erkennt sie nicht und gibt eine Fehlermeldung.
- Der Boden ist gewölbt oder krumm. Kein Kontakt zur Platte = keine Wärmeleitung.
- Die Pfanne steht nicht zentriert. Kleine Verschiebung, große Wirkung.
- Die magnetische Schicht ist zu dünn. Der Magnet greift, aber zu schwach, um genug Energie zu erzeugen.
Bodendurchmesser: das verhindert 80% der probleme
Eine Induktionszone hat einen festen Durchmesser. Der Boden deiner Pfanne sollte gut dazu passen: gleich groß wie die Zone oder maximal zwei Zentimeter größer. Eine Pfanne mit 28 cm auf einer Zone von 18 cm verschwendet Energie und gibt kalte Ränder. Eine Pfanne mit 16 cm auf einer Zone von 22 cm springt manchmal gar nicht erst an. Für ein Kochfeld mit klassischen 21-22 cm Zonen ist eine Bratpfanne mit 28 cm der „sichere" Allrounder, der mit der überwiegenden Mehrheit der Zonen klarkommt.
Boost-funktion: der heimliche pfannenmörder
Fast alle Induktionsfelder haben einen Boost-Knopf. Toll, um in zwei Minuten Wasser zum Kochen zu bringen, schlecht für deine Pfanne. Die extreme Hitze verzieht viele Pfannen und verkürzt die Lebensdauer drastisch. Faustregel: maximal 80 Prozent der Leistung. Für Gusseisen noch strenger, max 70 bis 80 Prozent mit allmählichem Aufbau.
Die material-vs-induktion tabelle
| Material | Induktionsgeeignet? |
|---|---|
| Gusseisen (pur oder mit Emaille) | Ja, immer |
| Edelstahl mit magnetischem Sandwich-Boden | Ja |
| Dünner einlagiger Edelstahl | Oft nicht, mache den Magnettest |
| Aluminium mit eingegossener Stahlplatte | Ja |
| Reines Aluminium ohne Platte | Nein |
| Kupfer | Nein |
| Carbonstahl (Wok) | Ja, sofern flacher Boden |
| Glas, Ton, Terrakotta | Nein, nur Ofen |
Die ersatzroute: von einzelner pfanne bis komplettem set
Die Hälfte deiner Pfannen funktioniert nicht, oder du fängst von null mit einer neuen Küche an? Zwei Optionen:
- Einzelne Ergänzung: ersetze nur, was nicht funktioniert. Oft eine Bratpfanne und ein Wok oder großer Bräter. Für eine PFAS-bewusste Küche zeigt das steckt in unserer keramischen Antihaftbeschichtung genau, welche Stoffe nicht in unserer Beschichtung enthalten sind.
- Auf einmal ein Set: oft günstiger als einzelne Pfannen, und du weißt sicher, dass alles funktioniert. Ein schwarzes Pfannenset deckt zum Beispiel direkt vier bis sechs Größen ab, alle mit magnetischem Boden.
Lies auch 4 Mythen über Keramikpfannen entkräftet, wenn du Zweifel an Keramik gegenüber klassischen Materialien hast. Denn oft sind die „Nachteile", die du hörst, einfach Mythen, die die ganze Beschichtungsdiskussion vernebeln.

Schnelle schlussfolgerung
Neun von zehn Mal ist der Magnettest das einzige, was du brauchst. Funktioniert sie? Dann kannst du sie nutzen. Funktioniert sie nicht? Dann gehört deine alte Pfanne ins falsche Materiallager, und ein Ersatz ist logisch. Berücksichtige bei diesem Ersatz die Bodengröße im Verhältnis zu deinen Zonen, vermeide die Boost-Funktion und deine neue Pfanne hält jahrelang länger als du erwartest.
💡 Achtung: Wir kochen gerne mit Mut, aber Sicherheit steht immer an erster Stelle. Mehr dazu findest du auf unserer Disclaimer-Seite.





















